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Die Prämienexplosion stoppen

Um die Krankenkassenprämien in der Schweiz zu senken, müssen wir Massnahmen ergreifen, die die Gesundheitskosten beeinflussen und die Anreize zur Verschreibung und Nutzung medizinischer Leistungen berücksichtigen. Der Vorschlag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, die Arbeitgeber an den Prämien zu beteiligen, löst die grundlegenden Probleme nicht.

Die Ausweitung des Leistungskatalogs der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) ist zu begrenzen. Der ständige Ausbau der OKP mit neuen Leistungen muss gestoppt werden, denn er führt zu steigenden Prämien. Es kann nicht sein, dass wir im Herbst weiter gegen steigende Prämien kämpfen wollen. Im Frühling will dann jede Branche ihre Disziplin anerkannt haben und damit ihre Leistungen in der Grundversicherung abgegolten haben. Das ist doch Unsinn!


Lösungsansätze zur Entlastung der Mittelschicht

Die Lösung liegt meines Erachtens in einer Flexibilisierung der Versicherungsmodelle. Damit die Mittelschicht nicht mehr durch überhöhte Prämien belastet wird, müssen wir die Einführung einer Budgetversicherung, wie sie die FDP vorschlägt, ermöglichen.


Ein Teil der Bevölkerung hat zum Glück gar nicht den Bedarf an allen Leistungen der GKV. Deshalb ist es nur gerecht, wenn sie durch diese Wahl Geld sparen können. Wünschenswert ist auch, die Franchise an die Gesundheitskosten zu koppeln.


Auch die Ungerechtigkeit in der Finanzierung von ambulanter und stationärer Pflege muss korrigiert werden. Heute tragen die Krankenkassen nur 45 Prozent der Kosten für die stationäre Pflege, während sie für 100 Prozent der Kosten für die ambulante Pflege aufkommen.


Der Rest der Kosten wird von den Kantonen finanziert. Diese Situation hat negative Anreize für eine Verlagerung der Pflege von der stationären zur kostengünstigeren ambulanten Pflege zur Folge.


Transparenz und Zusammenarbeit im Gesundheitswesen

Zudem muss Transparenz im Zentrum jeder Reform des Gesundheitswesens stehen, sei es bei der Festlegung der Prämien, bei der Patientenversorgung oder bei der Finanzierung. Aus diesem Grund soll die Digitalisierung des Gesundheitswesens durch Initiativen wie das elektronische Patientendossier vorangetrieben werden.

Ebenso wichtig ist die Förderung besserer Synergien zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens. Das Denken in Silos ist ein Hindernis für unsere Fähigkeit, den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Zur Erreichung dieses Ziels ist ein auf Qualität ausgerichteter Ansatz erforderlich.


Wichtig sind auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Aufwertung der verschiedenen Gesundheitsberufe. Apotheker und Pflegepersonal müssen mehr Verantwortung übernehmen können. Schliesslich ist der Numerus clausus eine unnötige Einschränkung im Pflegebereich.


Jedes Jahr werden mehr ausländische Ärztediplome anerkannt, als in der Schweiz Diplome ausgestellt werden. Natürlich braucht die Schweiz ausländische Arbeitskräfte. Aber es ist an der Zeit, diese Ungerechtigkeit gegenüber jungen Menschen, die eine Ausbildung anstreben, zu beseitigen. Die demographische Entwicklung spricht dafür.


Last but not least sind Investitionen in die Prävention unerlässlich. Ich bin der Überzeugung, dass eine gesunde Gesellschaft ein lohnendes Ziel ist. Für eine erfolgreiche Reform unseres Gesundheitssystems ist ein ausgewogener Ansatz erforderlich, der all diesen wichtigen Dimensionen Rechnung trägt.

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