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UKW weg – und dann?

Erinnern Sie sich noch an das Rauschen zwischen den Sendern? An ausziehbare Antennen und die

Suche nach der richtigen Frequenz? Das UKW-Radio war über Generationen der verlässlichste Weg zu

Nachrichten aus nah und fern. Ein paar Batterien im Küchenradio oder die Zündung im Auto genügten,

und man wusste, was Sache ist. Diese Gewissheit verschwindet gerade aus dem Äther.

Die UKW-Abschaltung ist im vollen Gange. Die Technologie sei veraltet und der Betrieb zu teuer, heisst

es. Die Zukunft ist digital. Doch es regt sich politischer Widerstand. Dabei geht es einmal nicht um die

SRG, sondern um etwas Grundsätzliches: Wie erreicht uns der Staat bei einem Blackout, wenn das

Handy stumm und das WLAN tot ist?


Nach den schweren Unwettern im April 2025 zeigte sich, wie rasch unsere modernen

Informationssysteme an ihre Grenzen stossen. Wenn Strom und Funkmasten ausfallen, nützt die

beste Alarm-App nichts. Die FDP-Fraktion des Grossen Rates wollte deshalb vom Regierungsrat

wissen, welche Risiken er für die Erreichbarkeit der Bevölkerung im Kanton Bern sieht, wenn digitale

Kanäle versagen und das UKW-Netz abgeschaltet ist.


Die Antwort ist ernüchternd: Krisenkommunikation sei Sache des Bundes. In Bundesbern werde

derzeit eine «Multikanalstrategie zur Information, Warnung und Alarmierung der Bevölkerung»

entwickelt. Die Zukunft heisse «Cell Broadcast» - Kurznachrichten direkt aufs Handy. Gleichzeitig

solle jedoch das bewährte Notfallradio (IBBK) abgeschaltet und die Verantwortung für die Sirenen-

Alarmierung an die Kantone übertragen werden.


Mit anderen Worten: Wir bauen bewährte Sicherheitsnetze ab und verlassen uns stattdessen auf

Technik, die beim ersten Stromausfall selbst den Geist aufgibt. Das ist nicht modern, das ist eine

Wette - darauf, dass Blackouts nur kurz dauern und Mobilfunk immer funktioniert. Doch Sicherheit

sollte nicht auf Hoffnung basieren. Sicherheit bedeutet: Wenn ein System ausfällt, funktioniert ein

anderes.


UKW ist nicht modern, aber robust. Digitalisierung ist gut und notwendig. Doch bei aller Euphorie über

technologische Quantensprünge sollte man nicht vergessen, dass auch das modernste System nur

so stark ist wie seine Stromversorgung. Wer das letzte stabile Netz kappt, bevor sich das neue

bewährt hat, handelt nicht mutig, sondern fahrlässig. Und im Ernstfall wird sich niemand fragen, ob

die Technologie modern ist - sondern nur, ob sie funktioniert.


Die FDP bleibt am Thema dran, denn Krisenkommunikation darf kein digitales Glücksspiel sein.

Hier geht es zur UKW-Motion von Sandra Hess


Sandra Hess - Grossrätin, Präsidentin FDP.Die Liberalen Kanton Bern


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